
In den Jahren 2007 bis 2010 sind drei Gründungswerkstätten Kreativwirtschaft veranstaltet worden. Es haben 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit 34 Projekten teilgenommen. Die Gründungswerkstatt wurde von der Wirtschaftsförderung Dortmund und dem Creativzentrum der Volkshochschule organisiert und bestand aus Einzelcoachings mit Unternehmensberatern, Gruppenworkshops und Fachvorträgen. Innerhalb von drei Monaten entstanden so aus groben Ideen handfeste Gründungskonzepte, die im Rahmen einer Präsentation einer hochrangig besetzten Jury aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik vorgestellt wurden. Die Wirtschaftsförderung Dortmund stiftete für die besten Teams Preisgelder von insgesamt 9.000 €.
Design aus recycelter Bergarbeiterkleidung
Anika Beller-Kraft, die an der TU Dortmund Journalistik studiert hat, hat die Jury der ersten Gründungswerkstatt am besten vom kreativen und unternehmerischen Potential ihrer Gründungsidee überzeugen können. Unter dem Label der „Kulturmarke zechenkind“ vertreibt die Nachwuchsunternehmerin Taschen und Accessoires aus recycelter Bergarbeiterkleidung – handgemacht im Ruhrgebiet. Die Designerin und diplomierte Journalistin sagt über ihre Marke: „zechenkind würdigt die Geschichte des Ruhrgebiets. Durch meine Produkte werden die Bergbauhistorie und die harte Maloche von Bergarbeitern in die Gegenwart transportiert und neu interpretiert.“ Die Gründerin schaffte es im Anschluss an die Werkstatt auf Platz 3 des Gründungswettbewerbs „start2grow“. Mittlerweile vertreibt Beller-Kraft ihre Taschen deutschlandweit an exklusive Geschäfte und beschäftigt über 20 Näherinnen. www.zechenkind.de
Kabelsalat
Die Diplom-Designer Pierre Kracht und Katrin Füser beeindruckten durch eine gekonnte Gradwanderung zwischen Kunst, Objektdesign, Nützlichkeit, Ironie und ökologischem Bewusstsein. Ob Lichtkunst aus regenerativer Energie, ungewöhnliche Messekonzepte oder „Käte“, eine aus einem langen PVC-Kabel handgestrickte Lampe – das Gründungsteam weiß außergewöhnliche Ideen gekonnt in Szene zu setzen. Das Team hat sich mittlerweile ein professionelles Büro eingerichtet und ist auf wichtigen Design-Messen vertreten. 2010 gewannen sie den Sonderpreis Kreativwirtschaft im Gründungswettbewerb „start2grow“. www.fremdform.de
Schluss mit Krankenhaustristesse
Den ersten Platz der dritten Gründungswerkstatt belegt die Diplom-Designerin Maren Christina Geissler mit ihrem Konzept „Häuser der Heilung“. Die Idee, die die FH-Absolventin präsentierte, ist einfach und komplex zugleich – wer sich während seines Krankenhausaufenthaltes wohl fühlt, der wird auch schneller wieder gesund! In ihrem Businessplan fasst die angehende Unternehmerin ihre Idee wie folgt zusammen: „Ziel der Dienstleistung ist, versteckte Potentiale in Klinikräumen aufzudecken. Es werden individuelle, kreative, ganzheitliche Raum-Lösungen mit optimierten Klinikprozessen angeboten, die Vorteile für den Patienten und die Klinik bieten.“ Um dieses Ziel zu erreichen, wendet sie Erkenntnisse aus der Szenografie an: „Der Szenograf denkt in Szenen und orientiert sich am Verhalten der Rezipienten im Raum.“ Für die Raumanalyse bedient sich die Gründerin wissenschaftlicher Methoden, wie etwa dem Eye Tracking System, und moderner Technologie, um dreidimensionale Szenarien zu entwickeln. Selbstsicher, prägnant und mit Hilfe von bis ins Detail ausgearbeiteten Anschauungsobjekten konnte sie die Jury überzeugen. Die Gründerin zählt zu den Gewinnern des Wettbewerbs „Kreativpiloten 2010/2011“. www.raumwert-geissler.de
Kerstin Stevens,
Für die neue Runde „Innovationslabor“ werden wieder die 10 innovativsten Gründungs- und Wachstumsideen von Studierenden, Wissenschaftlern und Nachwuchsunternehmern gesucht! Mehr Informationen gibt es auf der Projekthomepage www.das-innovationslabor.de